Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Ausbildung-Meisterprämie bleibt!

 
Foto: Handwerkskammer Hannover
 

Der handwerkspolitische Sprecher im Landtag Rüdiger Kauroff:
„Die Meisterprämie in Höhe von rund 4.000 Euro für das erfolgreiche Absolvieren der Meisterprüfung hat sich als Instrument zur Erhöhung der Attraktivität der beruflichen Weiterbildung bewährt. Als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten setzen wir uns dafür ein, dass die berufliche Ausbildung den gleichen Stellenwert erhält wie die akademische.

 

Der im vergangenen Mai eingeführte Bonus von 4000 Euro für eine bestandene Meisterprüfung hat großen Zuspruch erhalten. Bis Mitte Februar sind 2300 Anträge bewilligt worden. Bislang hatte das Land den Bonus nur 2019 gewähren wollen, danach sollte eine Bundesförderung greifen. 

Kauroff: "Zur Sicherung der Meisterprämie erwarten wir, dass der Bund die Kosten zukünftig im Rahmen des Aufstiegsfortbildungsqualifizierungsgesetzes  (AFBG) ebenso übernimmt wie die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren. Sollte eine entsprechende Regelung aus Berlin bis zur Aufstellung des Landeshaushaltes 2020 ausbleiben, werden wir die entsprechenden Mittel allerdings auf Landesebene bereitstellen.“

 

Details:

Wer seine Gesellenausbildung mit einer Prüfung erfolgreich abgeschlossen hat, ist berechtigt, die Meisterschule zu besuchen und den Meistertitel zu erwerben. Je nach Berufszweig und zuständiger Handwerkskammer variieren die Kosten für die Ausbildung zum Meister/zur Meisterin stark. Die Kosten für die Meisterausbildung zum Fleischer/zur Fleischerin belaufen sich beispielsweise auf etwa 4.000 bis 5.000 Euro, die Kosten für die Meisterausbildung zum Kosmetiker/zur Kosmetikerin oder Friseur/Friseurin betragen hingegen rund 5.000 bis 6.000 Euro. Bei der Meisterausbildung zum Landmaschinenmechaniker/zur Landmaschinenmechanikerin muss mit etwa 8.000 bis 9.000 Euro gerechnet werden und die Meisterausbildung zum Dachdecker/zur Dachdeckerin oder Elektrotechniker*in nimmt sogar bis zu 12.000 Euro in Anspruch.

Darüber hinaus fallen noch einige Zusatzkosten für die Ausbildung an:

  • Kosten für die vier Prüfungsteile (Gebühren liegen jeweils zwischen 150 und 340 Euro und werden von der zuständigen Handwerkskammer festgelegt)
  • Kosten für Lernmaterial
  • Kosten für Anmeldegebühren
  • Mögliche Kosten für Verbrauchsstoffe
  • Wohn- und Fahrtkosten

Finanzielle Förderung für die Meisterausbildung

Wer zum Zeitpunkt der Ausbildung nicht in der Lage ist, die Kosten für die Ausbildung selbst zu tragen, kann finanzielle Unterstützung in Form von “Meister-BaföG” (auch “Aufstiegs-BaföG” genannt) beantragen. Neben Bezuschussungen für Prüfungsgebühren und Materialkosten kann auch ein zinsgünstiges Darlehen beantragt werden.

Je nach Berufszweig und Weiterbildungsmodell kann die Ausbildung zum Meister/zur Meisterin zwischen neun und 24 Monaten in Vollzeit oder bis zu 48 Monaten in Teilzeit in Anspruch nehmen. In den Lehrgängen werden die in der Gesellenausbildung bereits erworbenen Fachkenntnisse noch weiter vertieft und ausgebaut. Die Ausbildung besteht in allen Berufszweigen aus vier Teilen, die jeweils mit einer Prüfung abgeschlossen werden müssen:

  • Praktischer Teil (I)
  • Fachtheoretischer Teil (II)
  • Betriebswirtschaftlicher und rechtlicher Teil (III)
  • Berufspädagogischer Teil und Erwerb des “AdA-Scheins” (Ausbildung der Ausbilder) nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (IV)

Die Meisterprüfung gilt als bestanden, wenn kein Kurs des Prüflings schlechter als ausreichend (4) benotet wurde. Die Kursnote setzt sich aus den erlangten Noten innerhalb des Kurses sowie der Note aus der Abschlussprüfung für den jeweiligen Kurs zusammen. In einzelnen Ausbildungsteilen gibt es jedoch sogenannte Sperrfächer. Diese Fächer dürfen ebenfalls nicht schlechter als mit der Note ausreichend abgeschlossen werden. Andernfalls gilt der gesamte Ausbildungsteil als nicht bestanden, selbst wenn die Durchschnittsnote des Ausbildungsteil besser als ausreichend ist. In vielen Berufszweigen ist es zudem üblich, zusätzlich zu den Prüfungen ein eigenes Meisterstück anzufertigen.

In welcher Reihenfolge die vier Teile der Ausbildung belegt und abgeschlossen werden, ist nicht vorgeschrieben. Teil III und IV sind in allen Berufszweigen gleich. Nur Teil I und II sind berufsspezifisch konzipiert, da hier die entsprechenden Fachkenntnisse speziell vertieft und ausgebildet werden.

Mit der bestandenen Prüfung wird dem Prüfling der Meisterbrief verliehen, welcher ihn oder sie dazu berechtigt, einen eigenen Betrieb zu eröffnen und gemäß dem § 51 des Gesetzes zur Ordnung des Handwerks (HandwO) selbst Lehrlinge auszubilden. 

Ganz nebenbei erwerben Sie mit dem Meistertitel auch die allgemeine Studienberechtigung für alle niedersächsischen Hochschulen.

hh

Hier erfahren Sie mehr:  https://www.hwk-hannover.de/artikel/ihr-erfolg-liegt-uns-am-herzen-23,557,234.html

 
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